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Joseph Wulf – ein Schriftsteller in Deutschland

Filmvorführung und Gespräch mit Anselm Meyer und Alex Carstiuc anlässlich des 80. Jahrestags der Novemberpogrome

Donnerstag, 8. November, 18.00 Uhr
Cineding (Karl-Heine-Straße 83, 04229 Leipzig)

Die erste Generation der Shoa-Historiker ist in Deutschland bis heute weitestgehend unbekannt oder vergessen. Entgegen dem gängigen Glauben an ein jahrzehntelanges Beschweigen der Ereignisse begannen jüdische Aktivisten bereits während der millionenfachen Vernichtung mit der Dokumentation der Verbrechen. Unmittelbar nach der Befreiung publizierten sie erste Quellen und Analysen, die in der Erstausgabe zumeist auf Jiddisch verfasst waren und zum Teil bis heute nur einem kleinen Kreis bekannt sind. So auch die Werke des jüdischen Shoah-Überlebenden Joseph Wulfs. Diese wurde von den etablierten Historikern der Bundesrepublik Deutschland lange Zeit pauschal als unwissenschaftlich abqualifiziert und sein jüdischer Verfasser persönlich diffamiert. Wulf griff dem, was später als Täterforschung akademische Karriere machte, in seinen Studien vor. Trotzdem blieb er als Jude, Staatenloser und Privatgelehrter zeitlebens ein Außenseiter der Geschichtswissenschaft. Nach seinem Tod geriet sein Werk weitestgehend in Vergessenheit. Erst in jüngerer Zeit wird seine Person wieder wahrgenommen. Der Film von Henryk M. Broder (BRD 1977, 90 Minuten) ist eine der ersten Würdigungen des jüdischen Historikers überhaupt.

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig anlässlich des 80. Jahrestags der Novemberpogrome in Kooperation mit dem Cineding.